Christian Rohrbach

Dirigent ⋅ Countertenor ⋅ Liedpianist

Aktuelles


J. S. Bach: Johannespassion BWV 245

Kaum ein Werk hat Johann Sebastian Bach über einen solch langen Zeitraum beschäftigt wie die Passion nach dem Evangelisten Johannes. Zu Lebzeiten sind im Zeitraum von 1724 bis 1749 mindestens vier Aufführungen nachweisbar – jedemal in anderer Gestalt, teils mit tiefgreifenden Änderungen in der Struktur des Stückes wie auch im Detail.

Unermüdlich feilt der Schöpfer an seinem Opus, ergänzt Sätze, verwirft sie wieder, überarbeitet Instrumentation und Stimmführungen, schärft den Charakter und die Dramaturgie. Intensive Auseinandersetzung mit dem Text und der Theologie der Passion, ja geradezu ein Ringen um die musikalische Gestalt. Eine Fassung von letzter Hand wie bei der Matthäuspassion existiert nicht.

Doch mit der Johannespassion haben wir ein klug gebautes, fein ausbalanciertes Oratorium von höchster musiktheatralischer Intensität, das Stoff für eine Oper bietet: eine packende Schilderung des Passionsgeschehens durch den Evangelisten, mitreißende, wilde Chöre voller schroffer Dissonanzen und Dramatik, expressive und innige Solo-Arien, die zum Reflektieren über das Erlebte einladen.

Und das schönste: in den tief empfundenen Chorälen schwingt stets die Stimme der damaligen Gemeinde nach, die uns Heutige – Musizierende wie Hörende – immer wieder aufs Neue trifft und berührt.

Tickets erhalten Sie hier.
Ermäßigung für Schüler*innen
und Studierende an der Abendkasse
Einlass ab 16 Uhr


J. Brahms: Ein deutsches Requiem

Hoffnung, Trost und Zuversicht –
Der Bachchor singt „Ein Deutsches Requiem“ von Johannes Brahms


Am Gründonnerstag und Karfreitag singt der Bachchor unter der Leitung von Christian Rohrbach „Ein Deutsches Requiem“ von Johannes Brahms (1833-1897). Brahms’ Requiem gehört zusammen mit Bachs h-Moll-Messe und Beethovens Missa solemnis zu den berühmtesten und beliebtesten geistlichen Kompositionen überhaupt.

Das Werk ist ein frühes Beispiel dafür, den Begriff „Requiem“ losgelöst von der Liturgie als Synonym für Trauermusik jeglicher Art zu verwenden. Clara Schumann nennt es treffend „ein wahrlich menschliches Requiem“. Brahms greift nicht auf den lateinischen Requiemstext mit seinen Schreckensbildern des Jüngsten Gerichts zurück, sondern stellt Texte aus dem Alten und Neuen Testament der Lutherbibel sowie den Apokryphen zusammen. Im Mittelpunkt stehen dabei Themen wie Hoffnung, Trost und Zuversicht, mit denen sich jeder identifizieren kann.

Nicht zuletzt ist das deutsche Requiem ein sehr persönliches Werk, mit dem Brahms die Trauer über den Tod seines Mentors Robert Schumann und den Tod seiner Mutter Christina verarbeitet. Weit über ein Jahrzehnt feilt er an der Komposition, ehe er nach deren Fertigstellung bekennt: „Ich bin nun getröstet! Ich habe das überwunden, was ich glaubte, nie überwinden zu können. Und nun bin ich wie ein Adler, der sich höher und höher schwingen kann.“

Robert Waltemath